Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Das Bayerische Klärschlammnetz ist ein Internetportal zur Durchführung des Lieferscheinverfahrens bei der landwirtschaftlichen Klärschlammverwertung gemäß Klärschlammverordnung. Das System wurde im Oktober 2001 in Betrieb genommen und wird ständig den aktuellen rechtlichen Gegebenheiten angepasst und hinsichtlich der Handhabbarkeit weiterentwickelt. Die Anwendung ist seit mehr als 15 Jahren eine Arbeitserleichterung und soll eine effiziente Überwachung der Klärschlammverwertung sicher stellen.

Achtung: Das Bayerische Klärschlammnetz (BayKN) ist wieder in Betrieb, aber sicherheitstechnisch bedingte Abschaltungen können kurzfristig erforderlich sein !

Wir weisen darauf hin, dass die Datenbank BayKN nicht mehr vollständig den gesetzlichen Anforderungen entspricht. Daher sollte Folgendes für die Weiternutzung beachtet werden:

Voranzeigen und Lieferscheine :

  • Die Bearbeitungsfristen für die Behörden sind im BayKN auf 2 Wochen eingestellt. Gültig ist eine Frist von 3 Wochen.
  • Voranzeigen und Lieferscheine können gestellt werden. Sie sollten sofort nach Erstellung gesichert werden!
  • Wenn zwischen Voranzeige und Lieferschein die Gültigkeit der Klärschlammanalyse abgelaufen ist, ist eine neue Analyse erforderlich. Diese ist den zuständigen Behörden vorzulegen und dem Lieferschein beizufügen.
  • Voranzeige und Lieferscheinformulare: Für Klärschlammgemische/-komposte sowie Lieferung von Klärschlamm in die Rekultivierung/Landschaftsbau verwenden Sie bitte die entsprechenden PDF-Formulare.
  • Formulare und Listen

  • Hinweise zur Nutzung des BayKN finden Sie über die folgenden Links :

  • Novelle 2017
    Weiternutzung BayKN in 2018 - Vorgaben LfU 21.02.2018 - PDF

Klärschlammanalysen :

  • Alle Kläranlagen >= 1000 EW müssen ausnahmslos mindestens alle 3 Monate den Klärschlamm auf Nährstoffe und Schwermetalle untersuchen lassen.
    Die Gültigkeit der Nährstoff- und Schwermetallanalysen beträgt für alle Kläranlagen >= 1.000 EW bei Arbeit mit dem BayKN ab Probenahmedatum 4 Monate. Ausnahmen bestehen für Teichanlagen, Vererdungsanlagen, und ggf. mobile Entwässerungsanlagen.

  • Teichanlagen, Vererdungsanlagen, und ggf. Entwässerungsanlagen - PDF

  • Da im BayKN noch 6 Monate für die Gültigkeit der Nährstoff- und Schwermetallanalysen hinterlegt sind, kann diese nicht anhand der Anzeige im BayKN ("grüner Haken") beurteilt werden, sondern muss anhand des Probenahmedatums überprüft werden.
  • PFT-Analysen sind, wie alle anderen organischen Stoffe, 24 Monate gültig. Es müssen nur die Werte für PFOA und PFOS eingetragen werden.
  • Bei den PCDD/F sind noch die Toxizitätsäquivalente nach WHO 2005 einzutragen (siehe Neue Klärschlammuntersuchung 4/9, unterer Tabellenblock).
  • Alle weiteren Stoffe, die im BayKN bisher zu beachten waren, sind wie bisher einzutragen, da die Werte für die Erstellung der Düngemitteldeklaration gebraucht werden.
  • Benzo(a)pyren kann nicht eingetragen werden, da keine Felder vorhanden sind. Sollten im Einzelfall tiefergehende Prüfungen erforderlich sein, empfehlen wir, dabei auch Benzo(a)pyren mit zu überprüfen.
  • Die Eingabe der PCB-Einzelverbindungen sowie AOX ist erforderlich.
  • Die derzeit gültigen Grenzwerte für Klärschlammuntersuchungen finden Sie hier :

  • Klärschlammuntersuchungen - Grenzwerte - PDF

Bodenanalysen :

  • Humusgehalte können nicht eingetragen werden.
  • Bei den Bodenarten ist verpflichtend "leicht", "mittel" oder "schwer" einzutragen. Dies entspricht den Bodenbezeichnungen "Sand" "Lehm/Schluff" oder "Ton" der Bodenschutzverordnung. Die Bewertung erfolgt derzeit nach den im BayKN vorhandenen Grenzwerten der AbfKlärV von 1992.
  • Benzo(a)pyren und PCB (6 Einzelverbindungen) können nicht eingetragen werden.
  • Analysen, die noch genügend Laufzeit haben, gelten fort. Neue Analysen sollten schon auf alle zukünftig erforderlichen Parameter untersucht werden.
  • Falls eine Einzelfallprüfung durch die zuständige Behörde erforderlich ist, finden Sie die derzeit gültigen Grenzwerte für Bodenanalysen hier :

  • Bodenanalysen - Grenzwerte - PDF

Derzeit wird geprüft, ob ein Nachfolgesystem eingeführt werden kann. Es ist grundsätzlich geplant, das BayKN zu betreiben, bis nahtlos auf ein Nachfolgesystem gewechselt werden kann. Dies ist allerdings von sicherheitstechnischen Randbedingungen abhängig.

Das bifa Umweltinstitut hat sich bereit erklärt, die Betreuung der Datenbank bis auf Weiteres wieder zu übernehmen. Das LfU dankt dem bifa Umweltinstitut für seine langjährige Unterstützung des BayKN.

Aktuelles

27.06.2017: Änderungen in Version 3.17-17

Die aktuelle Düngeverordnung ist seit 02.06.2017 in Kraft und gilt bereits für die Herbstausbringung 2017: Eine Herbstdüngung, nach der Ernte der Hauptfrucht, ist nur noch in Ausnahmefällen möglich, bei der Herbstdüngung dürfen mit Klärschlämmen (nass und fest) maximal 60 kg Gesamt-N/ha und maximal 30 kg NH4-N/ha ausgebracht werden und Klärschlamm darf auf hochversorgten Böden (>20 mg P2O5/100 g Boden) nur noch in Höhe der Phosphatabfuhr durch die Ernteprodukte aufgebracht werden. Siehe Neuerungen der DüV 2017 und FAQ: Welches Düngeniveau ist praktikabel (DüV 2017)?

Hotline

Die Beratungs-Hotline beim bifa Umweltinstitut erreichen Sie im Mai
Dienstag, Mittwoch und Donnerstag, jeweils von 09:00-10:00 Uhr

Schulungen

bifa bietet regelmäßig Schulungen zum Einstieg in das Klärschlammnetz und Schulungen für erfahrene Anwender an. Die Schulungen können nur stattfinden, wenn sich eine ausreichende Mindestteilnehmerzahl anmeldet.

Derzeit sind keine Schulungen terminiert. Bitte lassen Sie sich bei Interesse gerne vormerken; senden Sie uns eine E-Mail mit Ihren Wünschen.

Wichtige Hinweise zur Datenerfassung

Achten Sie bitte bei der Erfassung der Klärschlammuntersuchungsergebnisse darauf, dass Sie die Nährstoffgehalte in % der Trockensubstanz (% der TS) bzw. Trockenmasse (% der TM) angeben und nicht in % der Frischsubstanz bzw. Originalsubstanz (OS). Außerdem möchten wir nochmals darauf hinweisen, dass die polychlorierten Dibenzodioxine und -furane (PCDD/PCDF) in ng TE/kg Schlamm-Trockenmasse (mT) anzugeben sind (Summenwert gemäß Berechnungsvorschrift im Anhang 1 zur AbfKlärV).

Fehlende Hygieneuntersuchung

Fehlende Hygieneuntersuchung oder positiver Salmonellenbefund sind kein Sperrgrund.FAQ

Überprüfungen Düngeverordnung

FAQ: Welches Düngeniveau wird vom AELF akzeptiert?

Ausbringung und Ausbringungstechnik

Flüssige organische Dünger sind unverzüglich, das heißt innerhalb von 4 Stunden, auf unbestelltem Ackerland einzuarbeiten.
Seit 01.01.2016 sind veraltete Techniken zur Ausbringung von organischen Düngern verboten. Dies betrifft Drehstrahlregner, Güllewagen mit senkrecht angeordneter, offener Schleuderscheibe, Güllewagen mit freiem Auslauf auf den Verteiler, Festmiststreuer ohne gesteuerte Mistzufuhr zum Verteiler sowie zentrale Prallteller, nach oben abstrahlend.

Fachfragen

Alle Fragen mit abfall- und düngerechtlichem Hintergrund und zur praktischen Abwicklung des Lieferscheinverfahrens obliegen den Kreisverwaltungsbehörden und den Landwirtschaftsämtern.

  • Anfragen zu Flur- und Feldstücken sowie zu Düngeaspekten richten Sie bitte an die zuständigen Landwirtschaftsämter.
  • Anfragen zum Status von Voranzeigen und Lieferscheinen richten Sie bitte an die zuständigen Kreisverwaltungsbehörden (Landratsämter).
  • Anfragen zum Abfallrecht richten Sie bitte an die Kreisverwaltungsbehörden bzw. an die Bezirksregierungen.
  • Abfallwirtschaftliche Anfragen richten Sie bitte an das Bayerische Landesamt für Umwelt.
  • Anfragen zum Düngerecht richten Sie bitte an die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft.