Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Das Bayerische Klärschlammnetz ist ein Internetportal zur Durchführung des Lieferscheinverfahrens bei der landwirtschaftlichen Klärschlammverwertung gemäß Klärschlammverordnung. Das System wurde im Oktober 2001 in Betrieb genommen und wird ständig den aktuellen rechtlichen Gegebenheiten angepasst und hinsichtlich der Handhabbarkeit weiterentwickelt. Die Anwendung ist seit mehr als 15 Jahren eine Arbeitserleichterung und soll eine effiziente Überwachung der Klärschlammverwertung sicher stellen.

Weiternutzung des Bayerischen Klärschlammnetzes in 2018

ACHTUNG! Die Vorgaben der neuen Klärschlammverordnung sind im Klärschlammnetz noch nicht umgesetzt. Bis die Umprogrammierung erfolgt ist, sind während dieser Übergangsphase insbesondere die folgenden Punkte zu beachten :

• Die Bearbeitungsfristen für die Ämter betragen derzeit noch zwei Wochen, werden aber baldmöglichst auf drei Wochen hochgesetzt.

• Voranzeige und Lieferscheinformulare: Für die Anzeige von Klärschlammgemischen und -komposten sowie Lieferungen in die Rekultivierung verwenden Sie bitte die entsprechenden PDF-Formulare unter Punkt4 Formulare und Listen.

• Die Hinweise zur Nutzung des BayKN in 2018 in der Übergangsphase finden Sie unten und ausführlich im LfU-Schreiben an die zuständigen Behörden.

Untersuchungen durch zugelassene Untersuchungsstellen

Probennahmen, Probenvorbereitungen und Probenanalysen von Klärschlamm und Boden sind durch eine unabhängige und notifizierte Untersuchungsstelle durchzuführen.

Klärschlammanalysen

  • Die Gültigkeit der Nährstoff- und Schwermetallanalysen beträgt für alle Kläranlagen >= 1.000 EW ab Probenahmedatum 4 Monate. Solange die viermonatige Analysengültigkeit im BayKN nicht hinterlegt ist, kann die Gültigkeit der Analysen nicht anhand der Anzeige im BayKN ("grüne Haken") beurteilt werden, sondern muss anhand des Probenahmedatums überprüft werden.
  • Alle Kläranlagen >= 1000 EW müssen ausnahmslos alle drei Monate den Klärschlamm auf Nährstoffe und Schwermetalle untersuchen lassen.
  • Nährstoff- und Schwermetallanalysen, bei denen die Probenahme vor dem 03.10.2017 erfolgte, gelten bis zum Ende der 6-Monats-Frist.
  • PFT-Analysen sind zukünftig, wie alle anderen organischen Stoffe, 24 Monate gültig. Es müssen nur noch die Werte für PFOA und PFOS eingetragen werden.
  • Bei den PCDD/F sind nur noch die Toxizitätsäquivalente nach WHO 2005 einzutragen (siehe Neue Klärschlammuntersuchung 4/9, unterer Tabellenblock).
  • Alle weiteren Stoffe, die im BayKN bisher zu beachten waren, sind wie bisher einzutragen, da die Werte für die Erstellung der Düngemitteldeklaration gebraucht werden.
  • Benzo(a)pyren ist in der Übergangsphase nicht einzutragen und zu prüfen.
  • Die Eingabe der PCB-Einzelverbindungen sowie AOX ist erforderlich.

Bodenanalysen

  • Humusgehalte und Bodenarten sind bis zum 03.04.2018, darüber hinaus spätestens bis zur Systemumstellung, nicht einzutragen. Die Bewertung erfolgt in der Übergangszeit nach den im BayKN vorhandenen Grenzwerten.
  • Erfolgt nach der Umprogrammierung kein Eintrag, so erfolgt die Bewertung nach den strengeren Grenzwerten.
  • Für Benzo(a)pyren und PCB (6 Einzelverbindungen) gilt dasselbe.
  • Analysen, die noch genügend Laufzeit haben, gelten fort. Neue Analysen sollten schon auf alle zukünftig erforderlichen Parameter untersucht werden.

Aktuelles

27.06.2017: Änderungen in Version 3.17-17

Die aktuelle Düngeverordnung ist seit 02.06.2017 in Kraft und gilt bereits für die Herbstausbringung 2017: Eine Herbstdüngung, nach der Ernte der Hauptfrucht, ist nur noch in Ausnahmefällen möglich, bei der Herbstdüngung dürfen mit Klärschlämmen (nass und fest) maximal 60 kg Gesamt-N/ha und maximal 30 kg NH4-N/ha ausgebracht werden und Klärschlamm darf auf hochversorgten Böden (>20 mg P2O5/100 g Boden) nur noch in Höhe der Phosphatabfuhr durch die Ernteprodukte aufgebracht werden. Siehe Neuerungen der DüV 2017 und FAQ: Welches Düngeniveau ist praktikabel (DüV 2017)?

Hotline

Die Beratungs-Hotline beim bifa Umweltinstitut erreichen Sie im September
Dienstag, Mittwoch und Donnerstag, jeweils von 09:00-11:00 Uhr
unter folgender Nummer: Tel.: 08 21/70 00-1 66
oder rund um die Uhr per E-Mail: klaerschlamm@bifa.de

Schulungen

bifa bietet regelmäßig Schulungen zum Einstieg in das Klärschlammnetz und Schulungen für erfahrene Anwender an. Die Schulungen können nur stattfinden, wenn sich eine ausreichende Mindestteilnehmerzahl anmeldet.

Derzeit sind keine Schulungen terminiert. Bitte lassen Sie sich bei Interesse gerne vormerken; senden Sie uns eine E-Mail mit Ihren Wünschen.

Wichtige Hinweise zur Datenerfassung

Achten Sie bitte bei der Erfassung der Klärschlammuntersuchungsergebnisse darauf, dass Sie die Nährstoffgehalte in % der Trockensubstanz (% der TS) bzw. Trockenmasse (% der TM) angeben und nicht in % der Frischsubstanz bzw. Originalsubstanz (OS). Außerdem möchten wir nochmals darauf hinweisen, dass die polychlorierten Dibenzodioxine und -furane (PCDD/PCDF) in ng TE/kg Schlamm-Trockenmasse (mT) anzugeben sind (Summenwert gemäß Berechnungsvorschrift im Anhang 1 zur AbfKlärV).

Fehlende Hygieneuntersuchung

Fehlende Hygieneuntersuchung oder positiver Salmonellenbefund sind kein Sperrgrund.FAQ

Überprüfungen Düngeverordnung

FAQ: Welches Düngeniveau wird vom AELF akzeptiert?

Ausbringung und Ausbringungstechnik

Flüssige organische Dünger sind unverzüglich, das heißt innerhalb von 4 Stunden, auf unbestelltem Ackerland einzuarbeiten.
Seit 01.01.2016 sind veraltete Techniken zur Ausbringung von organischen Düngern verboten. Dies betrifft Drehstrahlregner, Güllewagen mit senkrecht angeordneter, offener Schleuderscheibe, Güllewagen mit freiem Auslauf auf den Verteiler, Festmiststreuer ohne gesteuerte Mistzufuhr zum Verteiler sowie zentrale Prallteller, nach oben abstrahlend.

Fachfragen

Alle Fragen mit abfall- und düngerechtlichem Hintergrund und zur praktischen Abwicklung des Lieferscheinverfahrens obliegen den Kreisverwaltungsbehörden und den Landwirtschaftsämtern.

  • Anfragen zu Flur- und Feldstücken sowie zu Düngeaspekten richten Sie bitte an die zuständigen Landwirtschaftsämter.
  • Anfragen zum Status von Voranzeigen und Lieferscheinen richten Sie bitte an die zuständigen Kreisverwaltungsbehörden (Landratsämter).
  • Anfragen zum Abfallrecht richten Sie bitte an die Kreisverwaltungsbehörden bzw. an die Bezirksregierungen.
  • Abfallwirtschaftliche Anfragen richten Sie bitte an das Bayerische Landesamt für Umwelt.
  • Anfragen zum Düngerecht richten Sie bitte an die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft.