Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Häufig gestellte Fragen - Frequently Asked Questions (FAQ)

kürzlich aktualisierte FAQ Einträge sind folgendermaßen gekennzeichnet.


Was ist das "Bayerische Klärschlamm-Netz"?

Das Bayerische Klärschlammnetz ist eine Internetapplikation, die das papiergebundene Lieferscheinverfahren gemäß den Vorgaben der Klärschlammverordnung ersetzt. Das System wird ständig den aktuellen Gegebenheiten des Abfallrecht angepasst und hinsichtlich der Handhabbarkeit weiterentwickelt. Mit dem in der Praxis eingeführten System:

  • lässt sich das Lieferscheinverfahren nach der Klärschlammverordnung schnell und effizient durchführen
  • wird eine effiziente Überwachung der Klärschlammverwertung sichergestellt
  • erfolgen Datenaustausch und Kommunikation der am System angebundenen Stellen weitgehend elektronisch
  • werden statistische Auswertungen hinsichtlich der Klärschlammverwertung mit einem vertretbaren Aufwand ermöglicht

Die Administration des Online Systems erfolgt seit Jahresbeginn 2007 durch das bifa Umweltinstitut, Augsburg, im Auftrag des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU).

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Für wen ist die Nutzung des Bayerischen Klärschlamm-Netzes verpflichtend?

Kläranlagen mit einer Ausbaugröße ab 1000 EW, die ihren Schlamm in Bayern bodenbezogen verwerten, haben das Anzeige- und Lieferscheinverfahren gemäß §16 und §17 der AbfKlärV (2017) verpflichtend über das Bayerische Klärschlammnetz - bereits seit 2008 - durchzuführen. Dies gilt auch für Kläranlagen aus anderen Bundesländern als Bayern. Die Anzeigen werden den zuständigen Behörden - Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) und Kreisverwaltungsbehörden (KVB) - elektronisch zur Genehmigung zugestellt.

Kläranlagen mit einer Ausbaugröße kleiner 1000 EW können das Klärschlammnetz nutzen, sind dazu aber nicht verpflichtet.

Das Anzeige- und Lieferscheinverfahren sowie alle weiteren Vorgaben der AbfKlärV (2017) gelten nach §1 für Klärschlammerzeuger, Gemischhersteller, Komposthersteller, Klärschlammnutzer, Träger der Qualitätssicherung, Qualitätszeichennehmer sowie Beförderer.

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Wie erhalte ich Zugang zum Bayerischen Klärschlamm-Netz?

Sofern Sie noch keine Zugangskennung haben, beantragen Sie diese bei der System-Administration. Nutzen Sie dazu die entsprechenden Formulare unter dem Menüpunkt „Kennungsanträge“, links oben auf der Startseite des KSN. Senden Sie den ausgefüllten Kennungsantrag per Telefax an die Nummer 0821-7000-100. Ihre Zugangskennung erhalten Sie in Kürze per Email.

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Wie verschaffe ich mir einen Überblick über die Funktionsweise des Systems?

Auf der Startseite des Bayerischen Klärschlammnetzes finden Sie - unten rechts - das Benutzerhandbuch. Darin sind neben allgemeinen Informationen die Funktionen für die verschiedenen Nutzergruppen beschrieben:

  • Kläranlagenbetreiber
  • Mehrkläranlagenbetreiber (Betreiber, die mehrere Kläranlagen betreuen und Beauftragte Dritte)
  • Kreisverwaltungsbehörden (KVB)
  • Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF)

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Wie kann ich die aktuelle Seite durchsuchen?

Einige Seiten bieten spezielle Suchformulare (Landwirt, Lieferschein, Namensteile) an. Auch alle anderen Seiten können Sie über die Suchfunktion Ihres Browsers durchsuchen. Diese erreichen Sie über das Menü oder einfacher durch drücken der Tasten "Strg" + "F".

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Wo finde ich die UDIS- und DABay-Nummern der Kläranlagen?

Als Kläranlage sehen Sie die Nummer, soweit sie uns bekannt ist, auf Ihrer Startseite nach dem Login. Als MKLA oder Kreisverwaltungsbehörde finden Sie die Nummern unter den Kläranlagen.

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An wen kann ich mich mit speziellen Fragen oder bei Problemen wenden?

Bei Funktionsstörungen des Systems und Fragen zum Datenaustausch und zur Dokumentation wenden Sie sich bitte an die Nutzerbetreuung, vorzugsweise per E-Mail:

E-Mail: klaerschlamm@bifa.de

Telefon: 0821-7000-166

Telefax: 0821-7000-100

Die Beratungs-Hotline erreichen Sie zu je nach Monat festgelegten Zeiten (siehe Startseite Klärschlammnetz, Aktuelle Hotlinezeiten).

  • Anfragen zu Flur- und Feldstücken sowie zu Düngeaspekten richten Sie bitte an die zuständigen Landwirtschaftsämter
  • Anfragen zu Voranzeigen und Lieferscheinen richten Sie bitte an die zuständigen Kreisverwaltungsbehörden (Landratsämter)
  • Anfragen zum Abfallrecht richten Sie bitte an die Kreisverwaltungsbehörden bzw. an die Bezirksregierungen
  • Anfragen zum Düngerecht richten Sie bitte an die Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL)

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Kann ich mehrere E-Mail Adressen verwenden?

"Das Klärschlammnetz sendet verschiedenste Info- und Warnmails an Kläranlagen, Beauftragte Dritte und die Ämter - Kann auch meine Kollegin / mein Kollege diese E-Mails zusätzlich erhalten?"

Für Kreisverwaltungsbehörden können bis zu zwei zusätzliche E-Mail Adressen hinterlegt werden. Für alle anderen gilt: Leider nein. Legen Sie hierfür eine eigene E-Mail Adresse in Ihrer Firma an (z.B. bayksnmails@hier.de) und verteilen Sie die E-Mails von dieser Adresse aus weiter. Damit können Sie dann auch bei kurzfristigen Vertretungen oder Mitarbeiterwechseln selbst reagieren.

Sie können üblicherweise auch über Ihr E-Mail Programm Weiterleitungsregeln definieren (unsere E-Mails kommen von der Adresse klaerschlamm@bayern.de), aber achten Sie darauf, dass diese Weiterleitungen auch dann erfolgen, wenn Sie im Urlaub sind und Ihr Rechner nicht läuft (Sie benötigen hier Regeln, die auf den E-Mail Server zugreifen).

Wir verwenden grundsätzlich eine einzelne Adresse für die Firma bzw. das Amt und keine Adressen einzelner Nutzer.

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Ich betreue 3 Kläranlagen - kann ich mich als Beauftragter Dritter (MKLA) anmelden?

Wenn Sie 3 einzelne Kläranlagen-Zugänge haben, müssen Sie alle Landwirte und Flurstücke jeweils bei den einzelnen Kläranlagen anlegen, also möglicherweise drei Mal.

Wenn Sie als Beauftragter Dritter (MKLA) diese 3 Kläranlagen betreuen, dann sollten Sie bedenken:

  • Ein MKLA (Beauftragter Dritter) sieht die Landwirte und Flurstücke, die er selbst angelegt hat
  • Ein MKLA (Beauftragter Dritter) sieht nur die Lieferscheine der Kläranlage, die er selbst angelegt hat

Wenn Sie also sämtliche Klärschlammausbringungen selbst vornehmen, kann die Verwaltung als Beauftragter Dritter eine Arbeitserleichterung darstellen, aber sobald Sie eine Ausbringung durch einen anderen Beauftragter Dritten vornehmen lassen, sehen Sie diese nicht (da dieser ja als konkurierendes Unternehmen betrachtet wird).

Wenn Sie die Klärschlammausbringungen durch Dritte vornehmen lassen, aber die Übersicht behalten möchten, dann genügt Ihnen ein KLA Zugang je Kläranlage. Sie müssen keine Landwirte und Flurstücke anlegen; alle Anzeigen und Lieferscheine sehen Sie automatisch.

Wenn wir Ihre 3 Einzelzugänge mit einem MKLA Zugang ergänzen oder umstellen, bedenken Sie bitte, dass Analysen nur durch Mitarbeiter der Organisation bearbeitet werden können, die die Analyse angelegt hat. Insbesondere die Zuordnung weiterer Flurstücke zu einer Bodenanalyse wäre dann unter dem MKLA Zugang nicht mehr möglich, wenn die Analyse unter einem KLA Zugang angelegt wurde.

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Wer sieht welche Lieferscheine?

Als Kläranlagenbetreiber (KLA) sehen Sie alle Lieferscheine, die Ihre Kläranlage betreffen

Als Beauftragter Dritter (MKLA) sehen Sie alle Lieferscheine, die Sie selbst auf den Weg gebracht haben.

Als Kreisverwaltungsbehörde (KVB) sehen Sie alle Lieferscheine von Kläranlagen mit Sitz in Ihrem Zuständigkeitsbereich und Lieferscheine mit Ausbringungsflächen in Ihrem Gebiet. Voranzeigen mit Ausbringungsflächen in Ihrem Gebiet werden Ihnen zur Bearbeitung vorgelegt.

Als Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) sehen Sie alle Lieferscheine mit Ausbringungsflächen in Ihrem Gebiet und zusätzlich die Lieferscheine von Landwirten mit Sitz in Ihrem Zuständigkeitsbereich. Voranzeigen mit Ausbringungsflächen in Ihrem Gebiet werden Ihnen zur Beatbeitung vorgelegt.

Ob Sie als KLA oder MKLA angemeldet sind, erkennen Sie an den ersten Buchstaben Ihrer Benutzerkennung bzw. auf jeder Seite an der Anzeige in der zweiten Zeile.

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Prüfparameter AbfKlärV (2017) und DüMV 2012 im Vergleich

Seit dem 01.01.2015 gelten für die Ausbringung von Klärschlämmen die Schadstoffbestimmungen der abfallrechtlichen und düngemittelrechtlichen Verordnungen nebeneinander. Seit dem 27.09.2017 nimmt die AbfKlärV bei den meisten Grenzwerten direkt auf die DüMV Bezug. Vier Schadstoffe sind zusätzlich geregelt.

Neben den geregelten Schadstoffen ist aber aus Gründen der zu erstellenden Düngemitteldeklaration (siehe Deklarationsparameter DüMV 2012) die Untersuchung weiterer Parameter notwendig.

Vergleich der Grenzwerte der Klärschlammverordnung und der Düngemittelverordnung sowie Analysengültigkeit im Regelfall:

Prüfwert AbfKlärV (2017, Anl.1) DÜMV (2012, Anl.2, Tab1.4, Sp.4) Analysengültigkeit bei <= 750 TM/Jahr
Arsen 40 mg/kg TM 3 Monate
Blei 150 mg/kg TM 3 Monate
Cadmium 1,5 mg/kg TM 1
50 mg/kg P2O5 2
3 Monate
Chrom IV 2,0 mg/kg TM 3 Monate
Kupfer 900 mg/kg TM
(Anl.1 Nr.4.1.1 Sp.6 Abs.2)
3 Monate
Nickel 80 mg/kg TM 3 Monate
Quecksilber 1,0 mg/kg TM 3 Monate
Thallium 1,0 mg/kg TM 3 Monate
Chrom (ges.) kein Grenzwert kein Grenzwert
Zink 4000 mg/kg TM 5000 mg/kg TM 3 Monate
AOX 400 mg/kg TM 3 Monate
Benzo(a)pyren 1,0 mg/kg TM 24 Monate
PCB 3 0,1 mg/kg TM
(je Einzelkongener)
24 Monate
PFT Summe PFOS und PFOA 0,1 mg/kg TM (100µg) 24 Monate
Summe der Dioxine
und dI-PCB 4
30 ng TE/kg TM 24 Monate

1 Allgemeiner Grenzwert für Düngemittel, Bodenhilfsstoffe, Kultursubstrate und Pflanzenhilfsmittel im Sinne der Verordnung
2 Grenzwerte für Düngemittel ab 5% P2O5 in der Frischmasse. Wird bei Klärschlamm nicht erreicht.
3 6 Kongenere (Nr. 28, Nr. 52, Nr. 101, Nr. 138, Nr. 153, Nr. 180)
4 Summe der Verbindung in Anhang 2 Nr. 2 Tabelle 3 AbfKlärV

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Deklarationsparameter DüMV 2012

Diejenigen, die Düngemittel in Verkehr bringen (Kläranlagenbetreiber, Beauftragte Dritte), müssen ab bestimmten Schwellenwerten Inhaltsstoffe ordnungsgemäß deklarieren. Grundsätzlich gilt: "Was drin ist, muss auch deklariert werden". Bei Überschreiten von Grenzwerten darf der Klärschlamm nicht mehr landwirtschaftlich verwertet werden.

Im Bayerischen Klärschlammnetz erfolgt die Düngemittel-Deklaration anhand einer Reihe von Deklararationsparametern, welche entscheidend sind für Düngemitteltyp, Haupt- und Nebenbestandteile, Spurennährstoffe, Schadstoffe sowie Ausgangsstoffe und Seuchenhygiene.
Die Auswahl erfolgte in Abstimmung mit der staatlichen Düngemittel-Verkehrskontrolle an der Landesanstalt für Landwirtschaft.

Deklarationsparameter Schwellenwert Analysengültigkeit
Schwefel 0,3% i.TM 24 Monate
Natrium 0,2% i.TM 24 Monate
Calcium wasserlöslich 5,7% i.TM 1 24 Monate
Eisen 1,0% i.TM 2 3 Monate
Mangan 0,2% i.TM 24 Monate
Molybdän 0,002% i.TM 24 Monate
Bor 0,02% i.TM 24 Monate
Kobalt 0,004% i.TM 24 Monate
Selen 0,0005% i.TM 24 Monate
Verfügbarer Stickstoff (Nitrat- und Ammonium-N) wenn 10% vom Ges.-N 24 Monate
P2O5 0,5% i.TM 3 3 Monate
K2O 0,75% i.TM 24 Monate
MgO 5,0% i.TM 24 Monate
Basisch wirksame Stoffe, bewertet als Cao 5,0% i.TM 24 Monate

1bei Flüssigschlamm, TS <= 15%
2automatische Übernahme aus den Nährstoffwerten
3automatische Übernahme aus den Nährstoffwerten; Umrechnung von Pgesamt in P2O5

Hinweis:
Nach DüMV besteht eine Kennzeichnungspflicht der Inhaltsstoffe ab bestimmten Schwellenwerten. Das Klärschlammnetz erstellt auf Basis der Nährstoffgehalte und der Deklarationsparameter automatisch die "Düngemitteldeklaration". Deshalb müssen alle Deklarationsparameter untersucht werden und die Werte im System eingegeben sein.

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Welche Mindestgehalte an Nährstoffen sind erforderlich?

Die Düngemittelverordnung verlangt für zulässige Düngemitteltypen Mindestgehalte an den Nährstoffen Gesamtstickstoff (N) >= 1,0%, Gesamtphosphat (P2O5)) >= 0,3% und Kaliumoxid (K2O) >= 0,5%.

Ein Einnährstoffdünger muss für einen dieser Nährstoffe mindestens 3% i.TS enthalten.

Ein Zweinährstoffdünger muss bei zweien der drei genannten Nährstoffe die Mindestgehalte (>= 1% N / 0,3% P2O5 / 0,5% K2O) erreichen und ein Dreinährstoffdünger muss bei allen drei Nährstoffen die Mindestgehalte erreichen.

Werden die genannten Werte nicht erreicht, gilt der Klärschlamm NICHT als Dünger und darf NICHT ausgebracht werden.

Was ist zu tun, wenn die Mindestnährstoffwerte nicht erreicht werden?

Es besteht die Möglichkeit, das Material zur Herstellung eines Bodenhilfsstoffes zu verwenden oder als Kultursubstrat in Verkehr zu bringen. Jedoch ist die Qualitätsanforderung der DüMV gem. Anl. 2 Tab. 7 Nr. 7.4.3 Spalte 2 DüMV einzuhalten. Ob die Anforderung erfüllt ist, entscheidet die Abfallbehörde. Allerdings gelten auch für Bodenhilfsstoffe und Kultursubstrat verpflichtende Kennzeichnungsvorschriften nach DüMV. Diese sind in den Kennzeichnungsvorgaben in den Spalten 3/4 der Tab. 10 Anl. 2 DüMV zu finden.

Praktisches Vorgehen in 4 Schritten :
1
Voranzeige übers Bayerische Klärschlammnetz stellen, damit die Dokumentation der Aufbringungsmengen gesichert ist.
2
Der Inverkehrbringer (KLA oder MKLA) erstellt eine ordnungsgemäße Deklaration außerhalb des Klärschlammnetzes (auf Papier) und legt diese dem AELF vor.
3
AELF entscheidet: Freigabe oder Sperrung.
4
Deklaration ist auf dem Transport mitzuführen und dem Landwirt an die Hand zu geben.

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Wie wird die Deklarationsanalyse erstellt und wo ist diese zu finden?

Die Eingabewerte aus den Klärschlammanalysen werden in die düngemittelrechtliche Deklarationsanalyse übernommen, welche automatisiert aus dem System heraus erstellt wird. Diese befindet sich beispielsweise unter "Liste der Voranzeigen und Lieferungen". Über Anklicken des entsprechenden Icons öffnet sich die Deklarationsanalyse und kann ausgedruckt werden.

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Muss ich die Deklaration mitführen?

Die Deklaration (Kennzeichnung) muss auf dem Transport mitgeführt und jedem Abnehmer einer Partie vom Inverkehrbringer an die Hand gegeben werden.

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Welche Untersuchungsparameter beziehen die Ämter in die Bewertung mit ein?

Die AELF prüfen die Vorgaben der Düngemittelverordnung, die KVB die Vorgaben der Klärschlammverordnung. Beiden Ämtern wird in den Bearbeitungsmasken für Voranzeigen mit einer entsprechenden Symbolik angezeigt, ob die Vorgaben der Düngemittel- und der Klärschlammverordnung erfüllt sind. Entsprechend erfolgt die Bewertung - Freigabe oder Sperrung - einer Voranzeige. Die Bearbeitung der Voranzeigen seitens AELF und KVB hat innerhalb von 3 Wochen zu erfolgen. Üblicherweise bearbeitet das AELF vor der KVB die Voranzeigen, prüft die Landwirt- und Flurstückdaten und beurteilt das Düngeniveau in Bezug auf den Nährstoffbedarf der landwirtschaftlichen Kulturen.

Siehe auch Themenseiten AELF und KVB.

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Darf Klärschlamm, der Salmonellen enthält, landwirtschaftlich verwertet werden?

Ja, selbst wenn Klärschlamm Salmonellen oder bestimmte andere Pflanzenkrankheitserreger enthält, kann er verwertet werden wenn:

  • der Schlamm im Rahmen der beruflichen Tätigkeit ausgebracht wird (Profis wie Landwirte oder Lohnunternehmer)
  • auf die seuchenhygienische Belastung hingewiesen wird
  • weitere Anwendungshinweise gegeben werden:
    • Auf Ackerland ist die Anwendung ausschließlich auf unbestelltem Ackerland und bei sofortiger Einarbeitung in den Boden zulässig, es sei denn, die Ausbringung erfolgt in Wintergetreide und Winterraps bis zum Schosserstadium (EC 30) mit bodennaher Ausbringungstechnik.
    • Die Ausbringung auf unbestellte Ackerflächen mit nachfolgendem Gemüse- oder Kartoffelanbau oder dem nachfolgenden Anbau von Heil-, Duft- und Gewürzkräutern ist nicht zulässig.
    • Auf Grünland- und Futteranbauflächen ist ein zeitlicher Abstand von 6 Wochen bis zur nächsten Nutzung einzuhalten (Hinweis: Auf Grünland ist gemäß AbfKlärV eine Klärschlammausbringung nicht zulässig; auf Futteranbauflächen ist eine Aufbringung nur vor der Aussaat mit anschließender tiefwendender Einarbeitung zulässig).
    • Die Ausbringung in Zonen I und II und III von Wasserschutzgebieten ist nicht zulässig.

Liegt keine aktuelle Hygieneuntersuchung vor, kann der Schlamm ebenso verwertet werden. Es müssen aber alle Bedingungen für die Aufbringung von hygienisch belasteten Schlämmen nach §5 der DüMV(2012) beachtet werden.

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Überprüfung der Untersuchungsparameter nach DüMV (2012)?

Sie haben im Bayerischen Klärschlammnetz die Möglichkeit, die Prüf- und Deklarationsparameter nach der Düngemittelverordnung(2012) einzugeben. Diese Parameter in den gestellten Anzeigen werden durch die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) auf Vollständigkeit, Grenzwerteinhaltung und zeitliche Gültigkeit der Untersuchungsergebnisse überprüft. Sofern nicht bereits geschehen, sollten Sie die notwendigen Untersuchungen beauftragen und die Werte nachtragen.

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Eingabe Deklarationsparameter - wasserlöslich oder Gesamtgehalte?

Beachten Sie, dass die Eingabe der Gesamtgehalte in % der TS oder mg/kg TS zu erfolgen hat. Ausnahme: bei "Calcium, wasserlöslich" geben Sie bitte die wasserlöslichen Anteile ein. Die Eingabe weiterer wasserlöslicher Anteile von anderen Spurenelementen / Stoffen ist nicht erforderlich.

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Welche Untersuchungspflichten bestehen im Zusammenhang mit der landwirtschaftlichen Klärschlammverwertung?

Die Untersuchungspflichten in Bezug auf Klärschlämme und landwirtschaftliche Böden sind in der Klärschlammverordnung (AbfKlärV) aus dem Jahr 1992 geregelt:

Klärschlamm: pH, TR, organische Substanz, basisch wirksame Stoffe, Nährstoffe, Schwermetalle, AOX, PCB, Dioxine und Furane, in Bayern zusätzlich PFT

Boden: pH-Wert, Nährstoffe, Schwermetalle

Seit Januar 2015 gelten zusätzlich die Vorgaben der Düngemittelverordnung (DüMV 2012), die teils strengere Grenzwerte vorgibt als die AbfKlärV. Geregelt sind weitere Untersuchungsparameter (dl-PCB, Prüf- und Deklarationsparameter) sowie der Hygienestatus (Salmonellenfreiheit). Ab bestimmten Schwellenwerten sind die Inhaltsstoffe zu deklarieren (Deklarationsanalyse). Die Summenwerte nach Abfall- und Düngerecht bei Dioxinen/Furanen und bei PFT unterliegen einer andersartigen Auswertung und sind nicht identisch.

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Verpflichtung zur Untersuchung der Klärschlämme auf PFT (Perfluorierte Tenside)

Das Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (BStMUV) verpflichtete erstmals mit Schreiben vom 7. Januar 2008 die Kläranlagen mit einer Ausbaugröße ab 1000 EW, die ihren Klärschlamm in der Landwirtschaft oder im Landschaftsbau/bei Rekultivierungsmaßnahmen verwerten, den Schlamm mindestens jährlich auf PFT untersuchen zu lassen. Diese Untersuchungspflicht gilt nicht nur für Schlämme bayerischer Herkunft, sondern auch für Klärschlämme aus anderen Bundesländern, die in Bayern verwertet werden.

Unter "Neue Klärschlammuntersuchung" wird die Eingabe von 11 Einzelwerten und dem Summenwert gefordert. Weitere Einzelwerte sollen eingegeben werden, sofern diese untersucht wurden. Überschreitet der Summenwert den Vorsorgewert von 100 µg/kg TS, so ist eine Abgabe des Klärschlamms zur Aufbringung auf den Boden untersagt. Um möglichen Ungenauigkeiten bei Probenahme und Analyse Rechnung zu tragen, gilt der Vorsorgewert als eingehalten, wenn er um nicht mehr als 25% überschritten wird. Dem entsprechend gilt ein Wert bis zu 125 µg/kg TS als tolerabel

Für die Einhaltung der Grenzwerte nach Düngemittelverordnung wird aus den oben angegebenen 11 Einzelwerten die Summe aus PFOS + PFOA gebildet. Diese Summe darf höchstens 100 µg/kg TS betragen. Diese Werte sind auch für Kläranlagen < 1000 EW zu untersuchen.

Die jährliche Untersuchungspflicht kann laut Schreiben des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV) vom 23.05.2014 für solche Kläranlagen flexibel gehandhabt werden, deren Klärschlamm in den vergangenen 3 - 4 Jahren durchgängig PFT-Gehalte unter der Nachweisgrenze (alle Einzelparameter < 10µg/kg TM oder niedrigere Nachweisgrenze) aufwies. Die Untersuchungsintervalle können im Bayerischen Klärschlammnetz auf 2 oder 3 Jahre ausgedehnt werden, sofern nicht besondere Ereignisse (z.B. Brandereignis mit Einsatz von Löschschaum oder Ansiedlung eines Betriebs, der mit PFT umgeht) auftraten. Die Entscheidung zur Verlängerung des Untersuchungsintervalls liegt bei der für die jeweilige Kläranlage zuständigen Kreisverwaltungsbehörde.

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Welche Labors sind für PFT Analysen zugelassen?

Zur PFT Untersuchung von Klärschlämmen sind alle Labors zugelassen, die im Klärschlammnetz hinterlegt sind.

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Hinweis zur Untersuchungshäufigkeit von Klärschlamm

Die DüMV (2012) schreibt keine fixen Untersuchungshäufigkeiten vor. Jedoch müssen die Inhaltsstoffe eines Düngers jederzeit ordnungsgemäß deklariert werden.

Nach der AbfKlärV (2017) gilt prinzipiell für Klärschlämme, deren Behandlung abgeschlossen ist:

Bei Anfallsmengen zur bodenbezogenen Verwertung <= 750 t TM pro Jahr ist mindestens alle 3 Monate zu untersuchen, wie im Programm voreingestellt.

Bei Anfallsmengen zur bodenbezogenen Verwertung > 750 t TM pro Jahr ist eine Untersuchung entweder je angefangene 250 t Trockenmasse oder höchstens einmal im Monat zu veranlassen.

Abwasserbehandlungsanlagen < 1.000 EW haben alle 2 Jahre zu untersuchen.

Bei Abwasserbehandlungsanlagen, deren Technik so gestaltet ist, dass bis kurz vor der Entnahme die Behandlung nicht abgeschlossen ist, ist auch vorher keine Probenahme erforderlich. Dies betrifft derzeit generell Teichanlagen, Vererdungsanlagen, und ggf. mobile Entwässerungsanlagen, siehe auch Gemeinsamer Vermerk zur Untersuchungshäufigkeit - PDF.

Die DüMV (2012) schreibt keine fixen Untersuchungshäufigkeiten vor. Jedoch müssen die Inhaltsstoffe eines Düngers jederzeit ordnungsgemäß deklariert werden.

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Automatische Überprüfung der Flächenangaben (BALIS Abgleich)?

Voraussetzung für den automatischen Abgleich der Flächenangaben ist, dass die datenschutzrechtliche Einwilligung des jeweiligen Bewirtschafters in den landwirtschaftlichen Systemen registriert ist. Wie gehen Sie vor?

Auf der Startseite des Klärschlammnetzes, links oben unter Formulare und Listen, zweitletzter Punkt, finden Sie das Formblatt "Datenschutzrechtliche Einwilligung und Hinweise zum Bayerischen Kulturlandschaftsprogramm (KULAP)" . Drucken Sie das ausgefüllte Formblatt aus, lassen Sie es den Bewirtschafter unterschreiben und senden Sie es per Telefax oder E-Mail an das zuständige AELF. Die Einwilligung wird in der Landwirtschaftsverwaltung im "alten" BALIS System unter Punkt 10.1.2 registriert und gilt 5 Jahre. Danach muss sie erneut eingeholt werden.

Die Landwirte sind verpflichtet, bis spätestens 15. Mai eines Jahres den aktuellen FNN (Flächennutzungsnachweis) bzw. Mehrfachantrag beim AELF einzureichen. In der Regel erfolgt dies auf elektronischem Weg (iBALIS). Eine verspätete Abgabe ist mit finanziellen Verlusten über entgangene Fördermittel verbunden.

Die Landwirts- und Flächendaten im Klärschlammnetz werden über Nacht mit den iBALIS DAten abgeglichen und auf Richtigkeit überprüft. Korrekte Angaben werden mit einem "grünen Haken", unrichtige Angaben mit "roten Kreuz" versehen.

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Wer ist zur Klärschlamm- und Bodenprobenahme berechtigt?

Unter den Vorgaben der neuen AbfKlärV sind Probennahmen, Probenvorbereitungen und Probenanalysen von Klärschlamm und Boden durch eine unabhängige und notifizierte Untersuchungsstelle durchzuführen.

Die bisherige Praxis, wonach die Klärschlammprobenahme meist durch Kläranlagenpersonal erfolgte, ist nicht mehr zulässig. Bisher zugelassene Bodenprobennehmer behalten ihre Zulassung bis zum im Notifizierungsbescheid angegebenen Ablaufdatum. Eine Verlängerung der Zulassung wird es nicht mehr geben.

Die berechtigten Untersuchungsstellen sind im Bayerischen Klärschlammnetz aktuell hinterlegt und können ausgewählt werden.

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Überprüfung der Klärschlammlieferungen innerhalb eines Dreijahreszeitraumes

Innerhalb eines Dreijahreszeitraums dürfen nicht mehr als 5 t Klärschlamm (Trockenmasse) je Hektar aufgebracht werden. Das Jahr der Aufbringung zählt dabei als erstes Jahr. Die in einem Jahr voll beschlammten Flurstücke dürfen dementsprechend erst wieder im vierten Jahr mit Klärschlämmen beaufschlagt werden.

Das System überprüft wie vorgesehen den jeweiligen Dreijahres-Zeitraum, berücksichtigt dabei aber nicht das konkrete Ausbringungsdatum. In der "Gemeinsamen Bekanntmachung zum Vollzug der Klärschlammverordnung der Bayerischen Staatsministerien für Landesentwicklung und Umweltfragen sowie für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten" aus dem Jahr 1997 (Gem.Bek.) heißt es unter Randnummer 134: "Innerhalb eines Dreijahreszeitraums dürfen nicht mehr als 5 t Klärschlamm (Trockenmasse) je Hektar aufgebracht werden. Eine weitere zeitliche Differenzierung innerhalb des Kalenderjahres (z.B. nach Monaten oder Halbjahren) sieht die AbfKlärV nicht vor." Die Gem.Bek. ist zwar inzwischen außer Kraft getreten, sie wird jedoch weiterhin als Erkenntnisquelle genutzt.

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An welche Stellen werden die Voranzeigen zur Prüfung und Genehmigung gesendet?

Entsprechend den Vorgaben der Klärschlammverordnung werden die Voranzeigen an das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sowie an die Kreisverwaltungsbehörde, in deren Zuständigkeitsbereich die Aufbringungsflächen liegen, gesendet.
Liegt der Betriebssitz des Landwirts nicht im gleichen Landkreis, so erhält auch das in diesem Landkreis zuständige AELF Kenntnis von der Voranzeige und kann eine Stellungnahme abgeben, welche gespeichert und dem für die Bearbeitung zuständigen AELF angezeigt wird.

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Berücksichtigt das System Sonderregelungen für kleine Kläranlagen < 1000 EW?

Sonderregelungen für Kläranlagen < 1000 EW:

Um die Betreiber kleinerer Kläranlagen vor unverhältnismäßiger Belastung zu schützen, können für diese Kläranlagen erweiterte Standard-Untersuchungsintervalle und Befreiungen von der Untersuchungspflicht für organische Stoffe durch die jeweils zuständige Kreisverwaltungsbehörde (KVB) erteilt werden.

Mit Inkrafttreten der neuen AbfKlärV (2017) verlieren die alten Befreiungen von der Untersuchungspflicht ihre Gültigkeit. Eine aktuell gültige Grunduntersuchung auf Nährstoffe, Schwermetalle und organische Parameter (PCB, PCDD/F, dl-PCB, PFT, B(a)P) muss vorliegen, als Basis für erneute Befreiungen oder Verlängerungen von Analysenintervallen.

Eine Befreiung von der Untersuchungspflicht auf Schwermetalle und AOX ist möglich, wenn zwei aufeinanderfolgende Untersuchungen belegen, dass jeweils maximal 50% des Grenzwertes ausgeschöpft werden.

Eine Befreiung von der Untersuchungspflicht auf organische Stoffe ist möglich, wenn die o.g. Parameter maximal 20% des jeweiligen Grenzwertes ausschöpfen.


Parametergruppe Änderung Analysengültigkeit in Monaten für Kläranlagen < 1000 EW
Nährstoffe, Deklarationsparameter 6 Monate...24 Monate* > 48 Monate
Schwermetalle, AOX 6 Monate...24 Monate* > 48 Monate
PCB, PCDD/F und dl-PCB
PFT nach DüMV (PFOA und PFOS)
Benzapyren (B(a)P)

24 Monate* > befreit
Deklarationsparameter nach DüMV 24 Monate* > keine Befreiung möglich

*Hinweis: Standard-Untersuchungsintervall in fetter Schrift

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Wie erfolgt eine Verlängerung von Untersuchungsintervallen für kleine Kläranlagen < 1000 EW?

Die für Ihre Kläranlage zuständige Kreisverwaltungsbehörde (KVB) kann die Untersuchungsfristen verlängern oder Untersuchungsfristen für organische Schadstoffe aussetzen. Voraussetzung dafür ist, dass nach Inkrafttreten der neuen AbfKlärV am 3. Oktober 2017 eine komplette Grunduntersuchung ihres Klärschlamms vorliegt.

Sprechen Sie Ihre KVB darauf an oder stellen Sie einen formlosen Antrag.

Die Voraussetzungen für Verlängerungen oder Befreiungen von Untersuchungspflichten sind unter Sonderregelungen für Kläranlagen < 1000 EW? aufgeführt.

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Ich habe eine bestehende Befreiung, wie gehe ich vor?

Wenn Sie eine gültige Befreiung von der Untersuchungspflicht nach Abfallklärschlammverordnung vorliegen haben, müssen Sie dennoch wenigstens einmalig die Werte für die Summe dl-PCB + PCDD/PCDF (WHO-TEQ, 2005) nach DüMV untersuchen lassen.

Es empfiehlt sich, insbesondere wenn die Erstuntersuchung bereits mehrere Jahre zurückliegt, eine komplette Untersuchung auf PCB, PCDD/F nach Abfallklärschlammverordnung sowie Summe dI-PCB + PCDD/F nach Düngemittelverordnung zu beauftragen und aktuell zu hinterlegen.

Sollte dies nicht möglich sein, legen Sie bitte nach Rücksprache mit Ihrer Kreisverwaltungsbehörde die Untersuchungsergebnisse nach DüMV an und tragen Sie dort die Werte der Erstuntersuchung nach Abfallrecht mit ein. Bitte schreiben Sie in das Bemerkungsfeld "Untersuchung nach AbfKlärV Labor XY vom DATUM".

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Welche Untersuchungen sind bei der Verwertung von Klärschlämmen aus Kleinkläranlagen vorgeschrieben?

Für die Entsorgung des Klärschlamms einer Kleinkläranlage eines landwirtschaftlichen Betriebes auf betriebseigenen Ackerflächen ist § 3 Abs. 8 der AbfKlärV relevant,

Untersuchungsspektrum Klärschlamm:

Vor dem erstmaligen Ausbringen sind die Stoffgruppen zu untersuchen, die in Abs. 5 aufgeführt sind. (Schwermetalle, AOX, Nährstoffe, TS, Organ. Substanz, pH). Eine Folgeuntersuchung ist nicht notwendig, es sei denn, es gäbe Hinweise auf erhöhte Schadstoffgehalte (liegt im Ermessen der KVB).

Bodenuntersuchungen:

Nach § 3 Abs. 8 der AbfKlärV kann auf eine Bodenuntersuchung verzichtet werden, wenn es sich um die Verwertung von Klärschlamm aus einer Kleinkläranlage eines landwirtschaftlichen Betriebes handelt und dieser auf betriebseigenen Flächen ausgebracht werden soll.

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Vermischungsverbot für Klärschlämme

Die AbfKlärV legt in § 15 (3) fest: „Die Abgabe und das Auf- oder Einbringen eines Klärschlamms, der mit Klärschlämmen aus Abwasserbehandlungsanlagen mit einer genehmigten Ausbaugroße ab 1.000 Einwohnerwerten vermischt wurde, ist nur zulässig, wenn es sich um Klärschlämme aus Abwasserbehandlungsanlagen desselben Klärschlammerzeugers handelt und die Klärschlämme die Anforderungen des § 8 Absatz 1 und 2 Satz 1 und des § 11 vor der Vermischung erfüllen.“

Dies bedeutet im Einzelnen:

  • Das Vermischungsverbot gilt für alle Klärschlämme aus Abwasserbehandlungsanlagen mit einer genehmigten Ausbaugroße ab 1.000 Einwohnerwerten (EW), aber nicht für Rohschlämme und nicht für Klärschlämme aus Abwasserbehandlungsanlagen mit einer genehmigten Ausbaugroße kleiner 1.000 EW.
  • Aus „Abgabe“ leitet sich ab, dass auch Anlagen, die Klärschlämme verarbeiten, also z. B. Kompost- und Gemischhersteller, Vererdungsanlagen und externe Trocknungsanlagen, das Vermischungsverbot zu beachten haben.
  • Sowohl die „Ausgangsschlämme“ als auch die zusammengemischten Klärschlämme sind nach den Vorgaben der AbfKlärV zu untersuchen.

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Gleichzeitige Ausbringung von Klärschlamm und Bioabfall

Die Bioabfallverordnung schreibt in § 8 vor, dass in einem Drei-Jahres-Zeitraum entweder Klärschlamm (bis 5t TM/ha) oder Bioabfall (bis zu 20t/30t TM/ha) ausgebracht werden darf. Diese Regelung gilt analog auch für Gärsubstrate aus Biogasanlagen, wenn in diesen Anlagen Bioabfälle vergoren oder mitvergoren wurden. Wurden hingegen in der Biogasanlage ausschließlich landwirtschaftliche Substrate (nachwachsende Rohstoffe (NaWaRo) und/oder Gülle) verarbeitet, so kann eine parallele Ausbringung im Drei-Jahres-Zeitraum erfolgen. Allerdings sind die düngerechtlichen Vorgaben einzuhalten, so dass es nicht zu einer Überdüngung kommt.

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Ausbringung von Klärschlamm-Kompost

Bei der Ausbringung von Klärschlamm-Kompost gelten andere maximale Aufbringungsmengen gegenüber der Klärschlammausbringung.

Klärschlamm: 5 t TS / ha innerhalb von 3 Jahren

Klärschlamm-Kompost: 10 t TS / ha innerhalb von 3 Jahren

Über das Klärschlammnetz kann nur die Verwertung von Klärschlamm abgewickelt werden, wobei die Menge von 5 t TS überprüft wird. Die Verwertung von Klärschlamm-Kompost muss außerhalb des Systems, direkt mit den Ämtern abgestimmt und beantragt werden.

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Wie lange dauert es, bis die Voranzeigen bearbeitet sind?

Die Ämter haben 14 Tage Zeit, Ihre Voranzeigen zu bearbeiten. Erfolgt in dieser Zeit keine Bearbeitung, so wird die Voranzeige am 15.Tag nach Antragstellung abends automatisch vom System freigegeben, sofern das zuständige AELF nicht gesperrt hat.

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Analysen lassen sich nicht unter einem bestimmten Labor anlegen. Was ist zu tun?

Lassen sich Ihnen vorliegende Analysenergebnisse im System nicht unter einem bestimmten Labor anlegen, so hängt dies mit dem aktuellen Zulassungsstatus zusammen. Diesen können Sie unter "Informationen zum ausgewählten Labor" / "Parametergruppen" einsehen .

Weitere Informationen zu einem bestimmten Untersuchungslabor erhalten Sie direkt beim RESYMESA System. Ausführliche persönliche Beratung erhalten Sie bei der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), Tel: 08161-713600

Falls Sie eine "alte" Analyse eingeben möchten und das Labor hat jetzt keine Zulassung mehr, teilen Sie uns bitte mit, welche Art von Analysen Sie anlegen möchten:

  • Klärschlamm oder Bodenuntersuchung
  • Probenahme- und Analysendatum
  • Welche Stoffgruppen (Nährstoffe, Schwermetalle, PCB, PCDD/F, PFT)

Den Zulassungsstatus lassen wir von der Landesanstalt für Landwirtschaft abklären und schalten Ihnen das Labor temporär frei, wenn das Labor zu dem betreffenden Zeit-punkt für die jeweilige Parametergruppe eine Zulassung besessen hat. Bitte sehen Sie vorher aber genau nach, welches Labor die Einzelanalyse tatsächlich durchgeführt hat - oft steht ein kleiner Hinweis unter der Parametergruppe.

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Wer ist in Bayern zuständig für den Vollzug des Abfall- und Düngerechts?

Zuständig sind in Bayern im Rahmen der landwirtschaftlichen Verwertung von Klärschlamm die Kreisverwaltungsbehörden (Landratsamt oder kreisfreie Stadt). Die örtliche Zuständigkeit ergibt sich aus der Lage der Kläranlage bzw. der Lage der Ausbringungsfläche im Lieferscheinverfahren.

Neben den KVB sind in Bayern die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (ÄELF) in den Vollzug mit eingebunden. Die örtliche Zuständigkeit ergibt sich aus der Lage der Aufbringungsfläche.

Bei der Verwertung von Klärschlämmen gewerblicher oder industrieller Herkunft ist das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) zu beteiligen. Außerdem erhält das LfU die jährlichen Berichte nach § 7 Abs. 8 AbfKlärV.

Für die staatliche Anerkennung von Untersuchungsstellen nach der Klärschlammverordnung ist die Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) zuständig.

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Landwirtschaftliche Verwertung von Klärschlamm aus gewerblichen/industriellen Kläranlagen

Nach § 4 Abs. 1 der AbfKlärV darf nur Klärschlamm aus Kläranlagen zur Behandlung von Haushaltsabwässern, kommunalen Abwässern oder solchen mit ähnlich geringer Schadstoffbelastung landwirtschaftlich verwertet werden. Gemäß der "Gemeinsamen Bekanntmachung der Bayerischen Staatsministerien für Landesentwicklung und Umweltfragen sowie für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten" aus dem Jahr 1997 (Gem. Bek.) bedarf es bei der geplanten landwirtschaftlichen Verwertung von gewerblichen/industriellen Klärschlämmen einer Einzelfallprüfung durch die für die Kläranlage zuständige Kreisverwaltungsbehörde (vgl. Randnummern 87 - 96 der Gem. Bek.). In vielen Fällen ist auch das LfU zu beteiligen (Randnummer 94).

Die Gemeinsame Bekanntmachung ist zwar inzwischen außer Kraft getreten, sie wird jedoch weiterhin als Erkenntnisquelle genutzt.

Bevor Sie Klärschlämme aus betrieblichen Kläranlagen anmelden, müssen Sie sich vorab mit der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde abstimmen.

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Wie erfolgt die Dokumentation im System und welche Daten werden gespeichert?

Alle von den Nutzern getätigten Eingaben werden elektronisch gespeichert und dokumentiert:

zurückgezogene Voranzeigen werden nicht gelöscht

  • falsch angelegte Flurstücke können vom Administrator (bifa) gelöscht werden, wenn keine Klärschlammlieferungen darauf gebucht sind
  • die aufgebrachten Klärschlamm-Mengen werden flurstücksbezogen dokumentiert

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Wie erfolgt die Berechnung der freien Aufbringungsmengen?

Das System berechnet die maximalen Aufbringungsmengen in Bezug auf die angemeldeten Flurstücksgrößen über den zurückliegenden Drei-Jahres-Zeitraum.

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Wie schnell müssen erfolgte Aufbringungen im System dokumentiert werden (= Bestätigung der Lieferscheine)?

Der Nachweis der erfolgten Aufbringung ("Bestätigung der Lieferscheine" im System) sollte nach Möglichkeit unmittelbar nach der Aufbringung erfolgen, damit die Behörden die Aufbringungsdaten zeitnah überprüfen können. Außerdem ist es ganz entscheidend, dass die Aufbringung in der Datenbank des Klärschlammnetzes schnell registriert wird und bei weiteren geplanten Aufbringungen (Voranzeigen) berücksichtigt wird.

Offene Voranzeigen, bei denen der angegebene Aufbringungszeitraum überschritten ist, erhalten im Status-Icon ein rotes Ausrufezeichen als Aufforderung, den Lieferschein schnellstens zu bestätigen oder zurück zu ziehen. Sollte keine Aufbringung erfolgt sein, muss die Voranzeige zurückgezogen werden.

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Berücksichtigt das System Klärschlammlieferungen, die nicht über das System angemeldet wurden?

Das System kennt nur die über das Bayerische Klärschlammnetz angemeldeten Lieferungen. Klärschlammlieferungen außerhalb des Systems können im System nicht dokumentiert sein. Vor diesem Hintergrund hat der Kläranlagenbetreiber bzw. der Beauftragte Dritte dafür Sorge zu tragen, dass bei neu eingegebenen Flurstücken Lieferungen im letzten Dreijahreszeitraum berücksichtigt werden.

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Wie gehe ich vor, damit ich Voranzeigen über das System stellen kann?

Bevor Sie als KLA oder MKLA Voranzeigen stellen können, müssen die notwendigen Flurstückdaten ins System eingegeben werden. Dabei empfiehlt sich folgende Reihenfolge:

Landwirte anlegen: einen Landwirt nur einmal mit korrekter Betriebsnummer anlegen. Falls ein Landwirt bereits im System angelegt ist, werden die Daten angezeigt.

Es empfiehlt sich, Flurstücke über die Sammelanlage über die FID-Nummer anzulegen. Es werden alle zu einem Feldstück zugehörigen Flurstücke angezeigt und in einem weiteren Schritt angelegt. Voraussetzung ist, dass die "datenschutzrechtliche Einwilligung"" des betreffenden Landwirts vorliegt. Alternativ können Flurstücke über die Angabe von Flur- und Feldstücknummer angelegt werden.

Bodenanalysen eingeben: alle Flurstücke auswählen, für die die Bodenuntersuchung gilt. Sofern erforderlich können auch im Nachhinein weitere Flurstücke ausgewählt werden. Speichern der Daten ist erforderlich.

Klärschlammanalysen anlegen: sollten Teiluntersuchungen von einem anderen Labor im Unterauftrag gemacht worden sein, diese als eigene (zusätzliche) Analyse unter dem jeweiligen Labor anlegen.

Nähere Hinweise finden Sie im Benutzerhandbuch (siehe Startseite Klärschlamm-Netz).

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Angabe der Menge: Tonnen oder Kubikmeter

Bei Nassklärschlamm mit TR-Gehalten von ca. 4 % bis ca. 10 % und entsprechenden Wasseranteilen von 90 bis 96 % kann ein spezifisches Gewicht von 1,0 t/m3 angenommen werden, ohne dass dadurch bei der Berechnung der Aufbringungsmenge gravierende Fehler entstehen. Diese Annahme ist auch aus Praktikabilitätsgründen sinnvoll, da die Verwertung von Nassschlamm häufig nach Kubikmetern und ohne Wägung abgerechnet wird.

Hingegen ist bei maschinell entwässertem Klärschlamm (TR-Gehalte ca. 20 - 35 %) oder getrocknetem Klärschlamm (TR-Gehalte ca. 50 - 95 %) die Angabe in Kubikmetern unüblich und würde aufgrund der stark differierenden spezifischen Gewichte tatsächlich zu Fehlern bei der Berechnung der Aufbringungsmengen führen. Daher ist bei maschinell entwässertem Klärschlamm und bei getrocknetem Klärschlamm die Menge stets in Tonnen anzugeben.

Im Bayerischen Klärschlammnetz werden die Mengen an Klärschlamm wie folgt angegeben:
m3 Nassklärschlamm bzw. t entw. Klärschlamm (bei Nassklärschlamm entspricht 1 m3 ca. 1 t).

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Bodenuntersuchungen anlegen - Gültigkeitsdauer von Analysenergebnissen

Vorgehen:

  1. Landwirt auswählen
  2. Flurstück bzw. Flurstücke aus der Liste auswählen (Hinweis: Die Flurstücke müssen vorher angelegt sein)
  3. Analysenwerte eingeben und abspeichern

Haben Sie versehentlich eine Boden Analyse zweimal zu unterschiedlichen Flurstücken angelegt, können Sie dies nur zum Teil selbst bereinigen: nehmen Sie beide Flurstücke in einer der beiden Analysen hinzu und senden Sie uns die Angaben zu Flurstück und Analysenummer, damit wir die doppelte Analyse löschen können.
Wurden die Untersuchungen auf Nährstoffe und Schwermetalle von unterschiedlichen Labors durchgeführt (z.B. im Unterauftrag), so sind diese jeweils als eigene Analyse anzulegen. Denn das System überprüft die Zulassung des Labors nach Parametergruppen. Jeweils die neuesten und gültigen Untersuchungsergebnisse werden im Lieferschein dargestellt.
Die Bodenuntersuchungsergebnisse sind - wie im Folgenden dargestellt – gültig, wobei das Probenahmedatum maßgeblich ist:

  • Nährstoffe 3 Jahre
  • Schwermetalle 10 Jahre

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Klärschlammuntersuchungen anlegen - Gültigkeitsdauer von Analysenergebnissen

Vorgehen:

  1. Neue Klärschlammuntersuchung auswählen
  2. Analysendaten eingeben (darauf achten, dass Nassschlamm, entwässerter oder weiterer Schlamm korrekt angeklickt ist)
  3. Werte übernehmen (Speichern der Eingaben).

Bitte beachten: Alte Analysen werden im System gespeichert und bleiben sichtbar (Historie).
Diese werden nicht gelöscht oder mit neuen Daten überschrieben.
Analysen, die aus Versehen zwei Mal angelegt wurden, können vom Administrator (bifa Umweltinstitut) wieder gelöscht werden.
Die Nährstoffe sind in % der Trockenmasse (und nicht in % der Frischmasse) anzugeben. Wurden die Untersuchungen verschiedener Parametergruppen (Nährstoffe, Schwermetalle, PCB/Dioxine etc.) von unterschiedlichen Labors durchgeführt (z.B. im Unterauftrag), so sind diese jeweils als eigene Analyse anzulegen, denn das System überprüft die Zulassung des Labors nach Parametergruppen. Jeweils die neuesten und gültigen Untersuchungsergebnisse werden im Lieferschein dargestellt.
Die Klärschlamm-Untersuchungsergebnisse sind - wie im Folgenden dargestellt – gültig, wobei das Datum der Probenahme maßgeblich ist:

  • Nährstoffe 6 Monate
  • Schwermetalle 6 Monate
  • AOX 6 Monate
  • PCB, Dioxine und Furane 2 Jahre
  • PFT 12 oder 24 oder 36 Monate
  • DüMV Hygiene: 6 Monate
  • DüMV Prüfparameter: 6 Monate
  • DüMV Deklarationsparameter: 24 Monate

Für Kläranlagen mit einer Ausbaugröße < 1000 EW gelten andere Standard Intervalle (siehe auch Berücksichtigt das System Sonderregelungen für kleine Kläranlagen?).

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Import von Analysen

Zum Import von Analysen erhalten Sie von Ihrem Labor eine speziielle CSV Datei. Um die Daten korrekt einspielen und zuordnen zu können, benötigt das Labor für Klärschlammanalysen die UDIS-Nummer der Kläranlage und bei Bodenanalysen von Ihnen die ID des Probenehmers sowie die FID. Weitere Angaben finden Sie im Handbuch und in folgenden Info Dokumenten:

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Darstellung von Teilflächen zur Beschlammung

Das Lieferscheinverfahren erfolgt entsprechend den Vorgaben der Klärschlammverordnung flurstücksbezogen, wobei über das „BALIS-System“ die Gesamtfläche eines Flurstücks übermittelt wird. Soll nur eine Teilfläche eines Flurstücks beschlammt werden, so geben Sie beim Stellen einer Voranzeige unter der Nr. 2 "Wohin soll der Klärschlamm" in das Feld "Teilfläche (Rechenfeld)" die zu beschlammende Fläche in ha (Bsp. 2,8 ha) ein oder geben Sie die Reduktion prozentual ein. Geben Sie im Feld "Teilfläche (Kommentar)" zusätzlich möglichst genau an, welche Teilfläche beschlammt werden soll (genaue Ortsangabe, Schlag, ...)..

Das System berechnet die je Hektar ausgebrachte Nährstoffmenge bezogen auf die angemeldete Teilfläche automatisch. Hierzu wird der Eintrag in Feld „Teilfläche (Rechenfeld)“ herangezogen.

Bei der Beschlammung von Teilflächen ist die Überwachung der Höchstaufbringungsmengen für Ausbringer und Überwachungsbehörden eine zusätzliche Herausforderung. Das Klärschlammnetz kann nur überprüfen, ob die zulässigen Höchstmengen bezogen auf das gesamte Flurstück eingehalten werden! Grundsätzlich gibt es bei der Verwendung von Teilflächen zwei Varianten:

  1. Alternierende Beschlammung (Frühjahr: Teilfläche Ost 40%; Herbst: Teilfläche West 60%):
    Die Höchstausbringungsmenge für die Gesamtfläche (5 tTM/ha) wird automatisch berechnet und überprüft). Zusätzlich müssen die erlaubten aufzubringenden Mengen von Hand berechnet und überprüft werden. Die Höchstaufbringungsmengen für die beiden Teilflächen Ost (2 tTM/ha) und West (3 tTM/ha) müssen eingehalten werden.
  2. Es wird immer nur ein bestimmter Teil eines Feldstückes beschlammt (z.B. immer Ost mit Teilfläche 40%), weil der Westteil mit KULAP Maßnahmen belegt oder aus düngerechtlichen Gründen nicht gedüngt werden darf.
    Die Höchstaufbringungsmenge ist von Hand zu berechnen (Menge anteilig berechnen). Beispiel: Teilfläche Ost, 40% = 2 tTM/ha

Bitte beachten: Die Dokumentation der aufgebrachten Mengen erfolgt in Bezug auf die Gesamtfläche des oder der Flurstücke.

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Welche bodenbezogenen Werte beschränken die Klärschlammverwertung?

Neben den Schadstoffgrenzwerten der Klärschlammverordnung sind es auch die Nährstoffgehalte, die begrenzend wirken. Haupt-Parameter ist der Phosphatgehalt (P2O5), der nicht über 30 mg/100g Boden (lufttrocken) liegen darf.

Der Boden-pH-Wert muss über 5 liegen.

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Klärschlammausbringung bei niedrigen Boden pH-Werten und leichten Böden?

Eine Klärschlammaufbringung ist bei Boden pH-Werten im Bereich <= 5 nicht erlaubt. Die Böden bedürfen vor einer Klärschlammausbringung einer Aufkalkung zur pH-Wert-Anhebung und einer erneuten Analyse.

Boden-Grenzwerte:

Bei leichten Böden (Tongehalt unter 5%) oder einem Boden-pH-Wert von mehr als 5 und weniger als 6 gelten nach § 4, Abs.8 AbfKlärV verschärfte Grenzwerte.
Bei Cadmium 1 statt 1,5 mg/kg TM.
Bei Zink 150 statt 200 mg/kg TM

Klärschlamm-Grenzwerte:

Bei leichten Böden (Tongehalt unter 5%) oder einem Boden-pH-Wert von mehr als 5 und weniger als 6 gelten nach § 4, Abs.12 AbfKlärV verschärfte Grenzwerte.
Bei Cadmium 5 statt 10 mg/kg Schlamm TM.
Bei Zink 2000 statt 2500 mg/kg Schlamm TM

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Untersuchung von Nassschlamm und Verwertung als entwässerter Schlamm?

In der Praxis kommt es vor, dass Nassschlämme untersucht werden, dann in der anschließenden Zeit der Schlamm entwässert und sofort verwertet wird. Manche Bearbeiter im Landwirtschaftsamt haben dies kritisiert, weil die Düngeeigenschaften von flüssigen und entwässerten Schlämmen unterschiedlich sind. Nach der Düngeverordnung müssen dem Landwirt vor der Ausbringung von Düngemitteln mit wesentlichen Nährstoffgehalten die Gehalte an Gesamtstickstoff und Phosphat vorliegen.

In der Praxis müssen die Kläranlagen frühzeitig die Klärschlamm-Analysen beauftragen, damit diese rechtzeitig zum Stellen der Voranzeigen vorliegen. Insbesondere für solche Kläranlagen, die keinen oder kaum Lagerkapazitäten haben, kann es jedoch unabdingbar sein, die Schlämme unmittelbar nach dem Abpressen zu verwerten. Es verbleibt keine Zeit, um den abgepressten Klärschlamm zu beproben und zu analysieren. Um in diesen Fällen entstehende Härten zu vermeiden, sollten die Nassschlamm-Analysen akzeptiert werden.

Fachlich lässt sich dies damit begründen, dass Nassschlamm-Analysen mehr schnell verfügbaren Stickstoff (Ammonium, Nitrat) aufweisen als Festschlamm-Analysen. Der N-Eintrag in die Böden wird im geschilderten Fall von den AELF auf Basis der Nassschlamm-Analysen kontrolliert und bewertet; der tatsächliche Eintrag mit dem Festschlamm ist jedoch erheblich geringer. Von daher sind keine negativen Auswirkungen durch vermehrten Stickstoffeintrag zu befürchten. Der Sachverhalt und die pragmatische Vorgehensweise wurden mit der LfL abgestimmt.

Bei Eingabe einer neuen Klärschlammuntersuchung kann unterschieden werden in Nassschlamm, entwässerter Schlamm und weiterer Schlamm.

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Voranzeige – Auswahl der Flurstücke

Beim Stellen von Voranzeigen gibt es zwei Möglichkeiten der Flurstückauswahl. Auf Seite 2 einer Voranzeige können im oberen Feld die relevanten Flurstücke durch Mausklick und Markieren ausgewählt werden. Im unteren Feld erfolgt die Auswahl über die FID-Nummer (Flächenidentifikator / DEBYLI...). Dies setzt voraus, dass die datenschutzrechtliche Einwilligung vom Landwirt erteilt und am zuständigen Landwirtschaftsamt registriert ist. Der Vorteil liegt darin, dass alle zum Feldstück gehörenden Flurstücke in einem Zug angelegt werden.

Farbliche Markierungen der Flurstücke geben Hinweise für den Benutzer:
Hellgraue Kennzeichnung: das Flurstück wurde im laufenden Jahr bereits beliefert. Kriterium für die Kennzeichnung ist das Vorliegen des "Abgabedatum" (Eintrag im Lieferschein)
Rote Kennzeichnung: erfolgt, wenn das betreffende Flurstück in "offenen"" (nicht vollzogenen und nicht zurückgezogenen) Voranzeigen steht, welche älter als 28 Tage sind. Bezugszeitpunkt ist das Datum der Antragstellung der Voranzeige. Botschaft: Voranzeige bestätigen oder zurückziehen!
Schwarze Kennzeichnung: Flurstück ist generell gesperrt (z.B. wegen Lage im Wasserschutzgebiet)
Braune Kennzeichnung: Flurstück ist temporär gesperrt (wegen einer Bioabfallaufbringung)
Hinweis: rot und schwarz und braun hinterlegt gekennzeichnete Flurstücke können nicht für weitere Voranzeigen ausgewählt werden.

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Abgleich der Feldstücknamen

Bei Landwirten, die erstmals im aktuellen Jahr angelegt wurden oder deren "datenschutzrechtliche Einwilligung" im AELF neu registriert wurde, werden die Feldstücknamen über BALIS erst dann übermittelt, wenn die "Nutzungen" über den Flächennutzungsnachweis (FNN) registriert und plausibilisiert sind. Je nach Zeitpunkt der Abgabe der "datenschutzrechtlichen Einwilligung" oder der Abgabe des FNN kann es bis zum Frühsommer dauern, bis die Feldstücknamen über BALIS ergänzt werden.

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Voranzeige - Bodennutzung

Bei "Derzeitige Bodennutzung" ist die Angabe aus dem aktuellen Mehrfachantrag zu übernehmen. Ggf. Zwischenfrucht über das Auswahlkästchen anklicken.

Bei "Nächste beabsichtigte Bodennutzung" kann aus drei Kulturarten, für die eine Herbstdüngung erlaubt ist, ausgewählt werden:

  • Zwischenfrucht (inkl. Ausfall-Raps, wenn dieser als Zwischenfrucht stehen gelassen wird) bei Saat bis 15.09
  • Winterraps bei Saat bis 15.09.
  • Wintergerste nach Getreidevorfrucht bei Saat bis 30.09.

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Auswahlliste Bodennutzung

Als KLA/MKLA finden Sie die im Klärschlammnetz aktuell hinterlegten Bodennutzungen unter "Auswertungen und Infos" - "Welche Bodennutzungen sind im Bayerischen Klärschlammnetz aktuell hinterlegt?"

Auf Grünland und Dauergrünland, Gemüse- und Obstanbauflächen sowie nicht landwirtschaftlich genutzten Flächen (Wald, Garten, Landschaftselemente, Stillegungsflächen, Streuobstwiesen) ist die Klärschlammausbringung verboten.

Auf Ackerflächen ist die Klärschlammaufbringung dann verboten, wenn Feldgemüse angebaut wird.

Beim Anbau von Feldfutter, Zuckerrüben und Mais muss der Klärschlamm vor der Aussaat eingearbeitet werden.

In der Auswahlliste sind nur solche Kulturarten hinterlegt, zu denen eine Klärschlammdüngung erlaubt ist. Zu Kulturarten mit „Grünlandstatus“ darf aus „Hygienegründen“ keine Klärschlammdüngung erfolgen. Hierzu gehören:

  • Klee, Kleegras, Klee-Luzernegras-Gemisch
  • Luzerne
  • Ackergras
  • Wechselgrünland
  • Sonstige Ackerfutterfläche (einschl. Sudangras), wenn zur Verfütterung bestimmt
  • Wiesen, Mähweiden, Weiden

Merke:

  • werden beispielsweise Kleegras oder Luzerne nicht zur Verfütterung, sondern zur Verwertung in einer Biogasanlage angebaut, so tragen Sie das ein als "Sommerzwischenfrüchte zur energetischen Verwertung". Klärschlammdüngung ist erlaubt.
  • Flächenstilllegung eingeben als "Sonstige Flächenstillegung"; Klärschlammdüngung erlaubt, sofern ein Düngebedarf gegeben ist.

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Untersuchungsergebnisse werden im Lieferschein nicht angezeigt

Folgende Ursachen kommen in Betracht:

  • Die Analyse ist nicht über den vollständigen angemeldeten Ausbringungszeitraum gültig. Wählen Sie den angemeldeten Ausbringunszeitraum so, dass sämtliche Analysen noch gültig sind.
  • Untersuchungsergebnisse sind nicht vollständig angelegt oder fehlen ganz.
  • Die Schlammart (Nassschlamm / entwässerter Schlamm / weiterer Schlamm) muss in der angelegten Klärschlammanalyse und in der Voranzeige identisch sein. Unabhängig von der Schlammart erfolgt die Mengenberechnung über den hinterlegten TS-Gehalt.
  • Hinweis: wenn Sie zu wenig Bodenuntersuchungen in Bezug auf die zu beschlammende Fläche (mindestens 1 Untersuchung je 3 ha) haben, werden diese zwar angezeigt, die KVB wird ihre Voranzeige aber sperren.

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Ausbringungszeitraum einer bereits genehmigten Voranzeige ändern

Sie können die Voranzeige zurückziehen und eine neue Voranzeige mit korrektem Ausbringungszeitraum erstellen.

In begründeten Ausnahmefällen kann auch die zuständige Kreisverwaltungsbehörde den Ausbringungszeitraum verlängern..

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Bestätigte Lieferscheine ändern

Trotz aller Sorgfalt kann es passieren, dass sich herausstellt. dass versehentlich unkorrekte Angaben zu einer bereits vollzogenen Lieferung eingegeben wurden.

Stellt sich nach dem "Bestätigen" eines Lieferscheins heraus, dass darin falsche oder ungenügende Angaben zu einem Datum oder der Menge enthalten sind, so ist über die zuständige KVB ein „Statuswechsel“ vorzunehmen. Die KVB hebt die Bestätigung des Vollzugs auf und die KLA/MKLA kann den Lieferschein erneut mit den korrekten Angaben vollziehen.

Wurden falsche Flurstücke angemeldet und beschlammt, ist Teamwork gefragt. Der Ausbringer erstellt in Abstimmung mit der Kreisverwaltungsbehorde einen neuen und korrekten Lieferschein, die KVB setzt den "vollzogen" Status des alten Lieferscheins zurück, der Ausbringer vollzieht den neuen Lieferschein und zieht den alten zurück.

Im System ist es aber für Kläranlagen und Beauftragte Dritte nicht möglich, direkt einen Lieferschein in die Vergangenheit zu stellen, weil sich dadurch Diskrepanzen in der Dokumentation ergeben würden.

Deshalb wird in diesen Fällen von der Kreisverwaltungsbehörde ein Ersatz-Lieferschein als "verkürzter Lieferschein" ("P-Lieferschein") erfasst. Dazu müssen der KVB die notwendigen korrekten Angaben außerhalb des Systems übermittelt werden, die korrekten Flurstücke und die Analysen müssen im System angelegt sein. Die KVB überprüft die Richtigkeit der Angaben und stellt eine neue Voranzeige mit den korrekten Flurstücken und dem passenden Datumsbereich ein. Der Ausbringer vollzieht anschließend diesen "Ersatz-Lieferschein" mit dem tatsächlichen Ausbringungsdatum, das auch in der Vergangenheit liegen kann. Als KVB können Sie hier auch das alte Papier Lieferscheinverfahren einsetzen, den alten Lieferschein zurückziehen und die Angaben des Papier Lieferscheins als neuen verkürzten Lieferschein erfassen und vollziehen.

Bei jeder Korrektur gilt: Der Lieferschein mit den unkorrekten Angaben wird vom Ausbringer zurückgezogen, dabei wird die "aufgebrachte Menge" auf null gesetzt. Es wird ein Ersatz Lieferschein angelegt (normaler Lieferschein oder P-Lieferschein durch KVB). Notwendige Statuswechsel (Vollzug entfernen) werden durch die Kreisverwaltungsbehörde vorgenommen.
Gerne unterstützen wir die Kreisverwaltungsbehörden bei komplizierten Änderungen.

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Es wird eine Überbeschlammung angezeigt – Welche Ursachen kommen in Betracht?

Beim Stellen einer Voranzeige berechnet das System auf Seite 4/5 die in der angekündigten Klärschlamm-Menge enthaltenen Nährstoffmengen (Gesamt-N, Ammonium-N und Phosphat) je ha Landwirtschaftlicher Nutzfläche. Weiterhin wird die maximale Aufbringungsmenge für alle angemeldeten Flurstücke unter Berücksichtigung der bereits aufgebrachten Klärschlamm- und Nährstoffmengen überprüft. Überschreitungen werden anhand roter Kreuze und Nährstoffmengen in roter Schrift angezeigt.

Der Hinweis zur Überbeschlammung (rotes Kreuz) kann mehrere Ursachen haben:

  • wenn ein Flurstück gegenüber den anderen angemeldeten Flurstücken stärker/öfter beschlammt wurde (z.B durch eine andere Kläranlage)
  • wenn sich die Flurstücksgröße gegenüber dem Vorjahr - aus welchem Grund auch immer - verringert hat

Die Kläranlage konnte dies früher nicht erkennen, erst seit Version 3.12 wird diese Überprüfung beim Stellen einer Voranzeige durchgeführt. Die KLA/MKLA haben auch keine Möglichkeit, die Schlammverteilung zu beeinflussen. Die gleichmäßige Verteilung des Schlamms auf alle angemeldeten Flurstücke entspricht auch der Praxis, denn ein einzelnes Flurstück auf einem Feldstück ist nicht zu erkennen und kann deshalb auch nicht in geringerem Umfang beschlammt werden.

Abhilfe: Ggf. Zurückziehen der Voranzeige und Stellen einer neuen Voranzeige. Beim Stellen der Voranzeige (Seite 4/5) Ausbringungsmenge reduzieren.

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Welches Düngeniveau und welche Düngezeitpunkte sind unter düngerechtlichen und pflanzenbaulichen Gesichtspunkten praktikabel?

Unter den Vorgaben der neuen Düngeverordnung vom 2. Juni 2017 und aus düngefachlicher Sicht ist das nachfolgend dargestellte Düngeniveau zu den jeweiligen Düngezeitpunkten einzuhalten:

Stickstoff-Düngung:

75% des Stickstoffbedarfs einer Kultur können über Klärschlamm abgedeckt werden, die restlichen 25 % sollten der Mineraldüngung zur Feinsteuerung vorbehalten bleiben.

In viehhaltenden Betrieben müssen zuerst die mit Wirtschaftsdüngern anfallenden Nährstoffe verwendet werden, sodass hier oft kein zusätzlicher Nährstoffbedarf mehr vorliegt. In Betrieben mit einem Viehbesatz von mehr als 2 GV/ha ist deshalb die Aufbringung vor Klärschlamm grundsätzlich nicht möglich.

Sperrfristen:

Für Düngemittel mit wesentlichen Gehalten an Stickstoff (> 1,5 % i.d.TM) gelten folgende Sperrfristen: Für Ackerland von der Ernte der letzten Hauptfrucht (z.B. nach der Getreideernte) bis 31. Januar, für Grünland vom 1. November bis 31. Januar (Hinweis: Klärschlammdüngung ist auf Grünland nicht erlaubt).

Die Sperrfristen gelten für alle Klärschlamme, also gleichermaßen für Nass- und Trockenschlämme.

Stickstoff-Obergrenze:

Insgesamt dürfen jährlich pro Hektar mit organischen Düngemitteln einschließlich Wirtschaftsdüngern und Gärresten im Durchschnitt der betrieblichen Flächen ab 2018 jährlich max. 170 kg Gesamtstickstoff (entspricht etwa 2 GV) aufgebracht werden. Für mineralische Stickstoffdünger gilt diese Obergrenze nicht.

Frühjahrsdüngung:

Aus pflanzenbaulichen und ökologischen Gesichtspunkten ist eine Frühjahrsdüngung sinnvoller als eine Herbstdüngung. Hierbei ist darauf hinzuweisen, dass:

  • Eine Klärschlammdüngung (Nass- und Festschlamm) auf nicht abfrierende Zwischenfrüchte aufgrund des Nährstoffbedarfs zulässig ist.
  • Eine Nassschlammaufbringung auf unbestelltes Ackerland (oder abfrierende Zwischenfrüchte) erst zeitnah zum Bedarf der Folgekultur (Mais: nicht vor April) erfolgen darf, wobei eine unverzügliche Einarbeitung zu erfolgen hat (Ausnahme: die Zwischenfrucht ist für eine nachfolgende Mulchsaat bestimmt).
  • Es bei einer Trockenschlammaufbringung (abgepresster oder getrockneter Klärschlamm) keine zeitlichen Einschränkungen gibt, weil der enthaltene Stickstoff zum überwiegenden Teil organisch gebunden ist. Eine unverzügliche Einarbeitung ist jedoch auch hier erforderlich, wenn der Trockenschlamm mehr als 1,5 % Gesamtstickstoff i. d. TM enthält und davon über 10 % verfügbarer Stickstoff (Ammoniumstickstoff) sind (Düngemittel mit wesentlichem Gehalt an verfügbarem Stickstoff).

Herbstdüngung:

Bis zum 30. September dürfen unter bestimmten Bedingungen, nämlich zu

  • Zwischenfrüchten (inkl. Ausfall-Raps, wenn dieser als Zwischenfrucht stehen gelassen wird), bei Saat bis 15.09 ,
  • Winterraps bei Saat bis 15.09.
  • sowie Wintergerste bei Getreidevorfrucht bei Saat bis 30.09.
je Hektar max. 30 kg Ammoniumstickstoff oder 60 kg Gesamtstickstoff ausgebracht werden, sofern ein Düngebedarf besteht. Dies gilt für Nass- und für Trockenschlamm.

Phosphor-Düngung:

Phosphathaltige Düngemittel (darunter auch Kompost, Gärprodukte und Klärschlämme) dürfen auf hochversorgten Böden (> 20 mg P2O5/100 g Boden) nur noch in Höhe der Phosphatabfuhr durch die Ernteprodukte aufgebracht werden.

Grundsätzlich sind bei der Planung einer Herbstausbringung 2017 und einer 3-jährigen Fruchtfolgedüngung 240 kg P2O5 nicht zu überschreiten. Für die Folgejahre ist die Menge der genauen Düngebedarfsermittlung anzupassen.

Bewertung des Nährstoffvergleichs:

Der Betriebsinhaber hat jährlich bis zum 31. März einen betrieblichen Nährstoffvergleich für Stickstoff und Phosphat für das abgelaufene Düngejahr zu erstellen. Es liegt in der Verantwortung des aufnehmenden Betriebes, dass der Bilanzüberschuss von 60 kg Stickstoff (ab 2018 50 kg) und 20 kg Phosphat (ab 2018 10 kg) je Hektar und Jahr nicht überschritten wird.

Im Bayerischen Klärschlammnetz werden folgende Düngeniveaus automatisch überprüft:

Gesamt Stickstoff: <= 170 kg/ha, <= 60 kg/ha für flüssige und feste Schlämme im Herbst (Anmeldezeitraum beginnt am oder nach dem 01.07.).
NH4: <= 30 kg/ha im Herbst (Anmeldezeitraum beginnt am oder nach dem 01.07.).

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Welche Nährstoffgehalte im Boden werden durch das System überprüft?

Überprüft werden ausschließlich die Phosphatgehalte (P2O5) im Boden. Bei einem Gehalt von > 30 mg /100g Boden (lutro) erfolgt ein Warnhinweis (rotes Kreuz). Liegen die Bodengehalte bei > 20 mg /100g Boden (lutro), so darf nur noch in Höhe der Phosphatabfuhr über die Ernteprodukte gedüngt werden.

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Welche Kulturarten dürfen nicht mit Klärschlamm gedüngt werden? Welche Auflagen bestehen?

Folgende Kulturarten dürfen nicht mit Klärschlamm gedüngt werden:

  • Gemüse- und Obstanbauflächen
  • Dauergrünland
  • Forstwirtschaftlich genutzte Böden
  • nicht landwirtschaftlich genutzten Flächen (Wald, Garten, Landschaftselemente, Stillegungsflächen, Streuobstwiesen)

Folgende Auflagen bestehen:

  • Auf Ackerflächen, die auch zum Anbau von Feldgemüse genutzt werden, ist im Jahr der Aufbringung des Klärschlammes und dem darauf folgenden Jahr der Anbau von Feldgemüse verboten
  • Auf Ackerflächen, die zum Anbau von Feldfutter oder zum Anbau von Zuckerrüben, soweit das Zuckerrübenblatt verfüttert wird, genutzt werden, ist eine Klärschlammaufbringung nur vor der Aussaat mit anschließender tiefwendender Einarbeitung zulässig
  • Beim Anbau von Silo- und Grünmais ist der Klärschlamm vor der Saat in den Boden einzuarbeiten

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Einteilung der Bodenarten?

In den Bodenanalyse-Untersuchungsberichten der Labors werden unterschiedliche Bezeichnungen verwendet, um die Bodenart zu charakterisieren. Entscheidend für die Einteilung ist der Tongehalt.

Bodenart Boden prozentualer Tongehalt Bodenarten Schlüssel
leicht Sand 0% - < 12% Ton Kategorie 01 und 02
mittel Lehm/Schlurf 12% - < 25% Ton Kategorie 03, 04 und 05
schwer Ton 25 - > 65% Ton Kategorie 06, 07 und 08

Sandige Böden und schwach lehmiger Sand werden als "leicht" eingegeben, .

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Klärschlammdüngung in den wachsenden Bestand?

Eine Klärschlammdüngung in den wachsenden Bestand ist nach den Vorgaben der Düngemittelverordnung (DüMV) zu Wintergetreide und Winterraps bis zum Schosserstadium (EC 30) mit bodennaher Ausbringungstechnik möglich. Diese Vorgabe gilt nicht für hygienisierte Klärschlämme.

Nach §4 (3) AbfKlärV ist auf Ackerflächen, die zum Anbau von Feldfutter oder zum Anbau von Zuckerrüben, soweit das Zuckerrübenblatt verfüttert wird, genutzt werden, eine Klärschlammaufbringung nur vor der Aussaat mit anschließender tiefwendender Einarbeitung zulässig. Beim Anbau von Silo- und Grünmais ist der Klärschlamm vor der Saat in den Boden einzuarbeiten. Eine Klärschlammdüngung in den wachsenden Bestand ist somit untersagt

Wenn sichergestellt ist, dass keine Futternutzung erfolgt und der Aufwuchs in einer Biogasanlage verwertet wird, so ist eine Klärschlammdüngung ohne Einschränkung - auch bei Breitverteilung - möglich. Der Landwirt steht in der Verantwortung, dass keine Futternutzung erfolgt.

Nutzungsauswahl zur Verwertung in einer Biogasanlage:

  • NC 800 Energiepflanzen (NC 802 Silphium (Durchwachsene Silphie); NC 803 Sudangras; NC 804 Sida (Virginiamalve), NC 805 Igniscum, NC 852 Chinaschilf (Miscanthus); NC 853 Riesenweizengras/Szarvasi-Gras; NC 854 Rohrglanzgras)
  • NC 870 Energiepflanzen im Mischanbau, NC 1300 Sommerzwischenfrüchte zur energetischen Nutzung
  • NC 1400 Sommerzwischenfrüchte zur energetischen Nutzung

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Energiepflanzen zur Verwertung in der Biogasanlage?

Neben Silomais als wichtigste Kulturpflanze zur Erzeugung von Biogas gibt es eine ganze Reihe von Einzel- und Mischkulturen deren Aufwuchs ebenfalls als Input für Biogasanlagen verwendet wird. Nicht alle Kulturarten werden im Klärschlammnetz als eigene "Nutzung" geführt, sondern es gibt "Sammelgruppen für verschiedene Nutzungen". Zu unterscheiden sind Haupt- und Zwischenfrüchte. Folgende Nutzungen werden zur Auswahl angeboten

    .
  • NC 411 Silomais
  • NC 470 - 493 Ganzpflanzensilagen (GPS)
  • NC 800 Energiepflanzen (NC 802 Silphium (Durchwachsene Silphie); NC 803 Sudangras; NC 804 Sida (Virginiamalve), NC 805 Igniscum, NC 852 Chinaschilf (Miscanthus);
  • NC 853 Riesenweizengras/Szarvasi-Gras; NC 854 Rohrglanzgras)
  • NC 870 Energiepflanzen im Mischanbau
  • NC 1300 Sommerzwischenfrüchte zur energetischen Nutzung
  • NC 1400 Sommerzwischenfrüchte zur energetischen Nutzung

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Gibt es Anforderungen an die Ausbringungstechnik?

Flüssige organische Dünger, darunter auch flüssige Klärschlämme, sind unverzüglich, das heißt innerhalb von 4 Stunden, auf unbestelltem Ackerland einzuarbeiten.

Seit 01.01.2016 sind veraltete Techniken zur Ausbringung von organischen Düngern verboten. Dies betrifft Drehstrahlregner, Güllewagen mit senkrecht angeordneter, offener Schleuderscheibe, Güllewagen mit freiem Auslauf auf den Verteiler, Festmiststreuer ohne gesteuerte Mistzufuhr zum Verteiler sowie zentrale Prallteller, nach oben abstrahlend.

Breitverteiltechniken, nach unten bzw. zur Seite abstrahlend sind weiterhin zulässig (Prallköpfe, Prallbleche). Schwenkverteiler und -düsen können weiter eingesetzt werden.

Bodennahe Techniken wie Schleppschlauch-, Schleppschuh- und Schlitzverteiler werden bei Ackerland ab 2020 bzw. bei Grünland und Feldfutterbau ab 2025 verpflichtend.

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Einsatz synthetischer Polymere?

Die novellierte Regelung der Düngemittelverordnung (DüMV) sieht vor, dass ab dem Jahr 2019 Synthetische Polymere bei der Herstellung von Düngemitteln nur noch eingesetzt werden dürfen, soweit diese sich mindestens um 20 Prozent in zwei Jahren abbauen.

Bis zur Veröffentlichung gilt, dass synthetische Polymere ab 2017 bei der Herstellung von Düngemitteln nur eingesetzt werden dürfen, wenn diese sich mindestens um 20 Prozent in zwei Jahren abbauen.