Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Klärschlammnetz - AELF

Das zuständige Amt für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten (AELF) prüft im Rahmen des Voranzeige-Verfahrens zur landwirtschaftlichen Klärschlammverwertung, ob die düngerechtlichen Vorgaben eingehalten werden und die Flächenangaben korrekt sind. Es wird beurteilt, ob im angegebenen Aufbringungszeitraum zur jeweiligen Kulturart ein Düngebedarf besteht und das Düngeniveau dem Bedarf entspricht. Weiterhin prüft das AELF, ob Auflagen von Förderprogrammen (z.B. Kulturlandschaftsprogramm KULAP) eingehalten werden.

Üblicherweise bearbeitet das AELF vor der Kreisverwaltungsbehörde (KVB) die Voranzeigen.

Seit 2. Juni 2017 ist die novellierte Fassung der Düngeverordnung in Kraft. Diese sieht ab 2018 eine Düngebedarfsermittlung vor mit dem Ziel ausgewogene Nährstoffbilanzen zu erreichen. Insgesamt dürfen pro Hektar und Jahr im Betriebsdurchschnitt über organische Dünger (Klärschlamm, Wirtschaftsdünger, Gärreste) maximal 170 kg Gesamtstickstoff aufgebracht werden. Bei der Herbstdüngung (nach der Ernte der Hauptfrucht bis zum 1. Oktober) besteht ein Düngebedarf nur noch zu einer Zwischenfrucht (inkl. Ausfall-Raps, wenn dieser als Zwischenfrucht stehen gelassen wird) bei Saat bis 15.09. oder zu Winterraps bei Saat bis 15.09. oder zu Wintergerste nach Getreidevorfrucht bei Saat bis 30.09.. Die Nährstoffgaben im Herbst über Klärschlämme (nass und fest) sind begrenzt auf maximal 60 kg Gesamt-N/ha und maximal 30 kg NH4-N/ha.

Phosphathaltige Düngemittel (darunter auch Kompost, Gärprodukte und Klärschlämme) dürfen auf hochversorgten Böden (> 20 mg P2O5/100 g Boden) nur noch in Höhe der Phosphatabfuhr durch die Ernteprodukte aufgebracht werden. Grundsätzlich sind bei der Planung einer Herbstausbringung und einer 3-jährigen Fruchtfolgedüngung 240 kg P2O5 nicht zu überschreiten. Für die Folgejahre ist die Menge der genauen Düngebedarfsermittlung anzupassen.

Seit 2015 prüft das AELF die Vorgaben der Düngemittelverordnung. In der Bearbeitungsmaske des AELF werden hierzu neben den Prüfergebnissen nach Abfallklärschlammverordnung (AbfKlärV) zusätzlich die Ergebnisse der Klärschlammuntersuchungen nach DüMV mit entsprechender Symbolik angezeigt.

Wie erfolgt die Darstellung der Untersuchungsergebnisse in der Bearbeitungsmaske des AELF?

Bild vergrössern Bearbeitungsmaske AELF
Quelle: bifa

Diese Parameter sind in fetter Schrift dargestellt. Zusätzlich sind im oberen Teil der Bearbeitungsmaske die Untersuchungsergebnisse nach Klärschlammverordnung (AbfKlärV) dargestellt. Diese werden von der Kreisverwaltungsbehörde geprüft und beurteilt. Grüne Haken zeigen an, ob die Untersuchungsparameter vollständig im System hinterlegt, keine Grenzwerte überschritten, Mindestgehalte an Nährstoffen eingehalten und die Analysenergebnisse zeitlich noch gültig sind. Fehlende Untersuchungswerte und Analysengültigkeiten sowie Grenzwertüberschreitungen werden durch rote Kreuze angezeigt.

Die Vorgaben der Düngemittelverordnung (DüMV) gelten auch für Kläranlagen < 1000 EW. Es gibt keine generelle Untersuchungspflicht, jedoch ergibt sich eine solche aus der Kennzeichnungspflicht und den einzuhaltenden Grenzwerten in Verbindung mit der Garantenstellung des Inverkehrbringers. Kein Sperrgrund ist es, wenn eine seuchenhygienische Untersuchung nicht vorliegt (notwendige Hinweistexte liefert das System). Unvollständige Eingaben und Grenzwertüberschreitungen werden durch rote Kreuze kenntlich gemacht und führen zum Sperren einer Voranzeige. Der Inverkehrbringer hat dafür Sorge zu tragen, dass die Deklarationsanalyse beim Transport mitgeführt und dem abnehmendem Landwirt an die Hand gegeben wird.